
Beteiligungsprozesse — von der Planung bis zur umgesetzten Empfehlung
Wir arbeiten für Kommunen, Institutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Für alle, die die Betroffenen in die Entscheidung einbeziehen möchten.
Was wir tun
Wir sammeln nicht Meinungen ein — wir bereiten die Entscheidung vor
Bürgerbeteiligung scheitert meist daran, dass sie zu spät beginnt. Wenn der Plan schon fertig ist, geht es bei der Konsultation nur noch darum, wie man ihn durchsetzt. Das ist für beide Seiten schlecht: Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich ausgeschlossen, und die Entscheidungsträger spüren, dass sie für ihren Vorschlag nicht genug Rückhalt bekommen.
Wir setzen dort an, wo die Frage noch offen ist. Unsere Leistungen sind Varianten derselben Logik in unterschiedlichem Maßstab: Wir holen diejenigen an den Tisch, die es betrifft, geben ihnen genug Informationen, und lassen ihre Worte Folgen haben.
Unsere Leistungen
Drei Werkzeuge, eine Logik
Organisation eines Bürgerrats
Unser stärkstes Werkzeug. Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erarbeiten in wenigen Sitzungen mit fachlicher Unterstützung gemeinsam ihren Standpunkt zu einer konkreten Frage und geben anschließend eine schriftliche Empfehlung ab.
Was der Prozess umfasst
- Die gemeinsame Festlegung der Frage mit dem Entscheidungsträger — damit sie tatsächlich beantwortbar ist
- Geschichtete Zufallsstichprobe: 60–80 Personen, die den jeweiligen Bezirk oder die Gemeinde nach Alter, Geschlecht, Bildung und Wohnort abbilden
- Zusammenstellung ausgewogener Hintergrundmaterialien unter Einbeziehung mehrerer Perspektiven
- Anhörung von Fachleuten und moderierte, abwägende Debatte
- Schriftliche Empfehlung mit vollständiger Dokumentation
- Organisation der öffentlichen Rückmeldung — was umgesetzt wurde und was nicht, und warum
Qualitative Forschung als Grundlage für Beteiligungsprozesse
Mit Fokusgruppen und Tiefeninterviews erschließen wir die Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven der Betroffenen zur Vorbereitung von Beteiligungsprozessen.
Was der Prozess umfasst
- Forschungsplan und Bestimmung der Zielgruppen
- Rekrutierung der Teilnehmenden, auch mit Blick auf schwer erreichbare Gruppen
- Erstellung eines Leitfadens und Durchführung moderierter Gespräche
- Transkripte und Auswertung
- Forschungsbericht mit Zusammenfassung für Entscheidungsträger
Moderation und Facilitation
Angespannte Themen, Abstimmungen mit vielen Beteiligten, bei denen die Parteien aufeinanderprallen. Durch unparteiische, geschulte Moderation eskaliert das Gespräch nicht, sondern kommt zu einem Ergebnis.
Was der Prozess umfasst
- Vorherige Bestandsaufnahme: Wer sind die Beteiligten, worum geht es wirklich
- Planung des Gesprächsablaufs
- Unparteiische Moderation — nicht unser Standpunkt kommt auf den Tisch
- Schriftliches Protokoll und Festhalten der Vereinbarung
- Bei Bedarf Begleitung eines mehrstufigen Prozesses
Für wen
Mit wem wir zusammenarbeiten
Kommunen
Bezirks- und Gemeindeentscheidungen, Entwicklungspläne, Budgetrahmen — überall dort, wo die Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger Voraussetzung für den Erfolg ist.
Institutionen
Schulen, Kultur- und Gesundheitseinrichtungen, in denen die Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer zu besseren Leistungen führt.
Zivilgesellschaftliche Organisationen
Interessenvertretung und Gemeinwesenarbeit, bei denen die Stimme der Mitglieder oder der lokalen Gemeinschaft glaubwürdig abzubilden ist.
Der Ablauf der Zusammenarbeit
Wie beginnt eine gemeinsame Arbeit?
Kontaktaufnahme
Schreiben oder rufen Sie an. Sie schildern uns, vor welcher Entscheidung Sie stehen.
Bestandsaufnahme
Gemeinsam klären wir, was die eigentliche Frage ist und wie offen sie noch ist.
Vorschlag
Schriftliches Angebot: welches Werkzeug, mit welchem Zeitplan, zu welchen Kosten.
Durchführung
Wir führen den Prozess, Sie treffen die Entscheidung. Die Rollen bleiben durchgehend klar.
Rückmeldung
Öffentliche Antwort auf die Empfehlungen — ohne sie verliert das Ganze seinen Sinn.
Häufige Fragen
Was man uns am häufigsten fragt
Wie lange dauert ein Bürgerrat?
Der Bürgerrat selbst ist in der Regel eine Wochenendsitzung, der gesamte Prozess jedoch — von der Festlegung der Frage bis zur öffentlichen Rückmeldung — dauert vier bis sechs Monate. Die Länge hängt vor allem davon ab, wie viel Hintergrundmaterial zusammenzustellen ist und wie kontrovers das Thema ist.
Was passiert, wenn der Bürgerrat etwas empfiehlt, das wir nicht umsetzen können?
Das ist ganz natürlich und kein Problem. Der Bürgerrat trifft keine verbindliche Entscheidung — er formuliert eine Empfehlung. Die Zusage lautet nicht, dass Sie alles umsetzen, sondern dass Sie auf jede Empfehlung öffentlich antworten: was umgesetzt wird, was nicht, und warum nicht.
Die Erfahrung zeigt im Übrigen, dass gut informierte Teilnehmende realistischere Vorschläge machen, als die Entscheidungsträger erwarten — weil sie auch die Grenzen sehen.
Werden nicht die lautstarken Aktivisten den Prozess an sich reißen?
Genau davor schützt die zufällige Auswahl. Zu einem offenen Forum geht, wer eine starke Meinung hat und Zeit hat — in einen Bürgerrat kommt hingegen, wen das Losverfahren ausgewählt hat. So umfasst der Kreis auch diejenigen, die sich sonst nie zu Wort melden würden.
Warum erhalten die Teilnehmenden einen Gutschein?
Weil sonst nur diejenigen teilnehmen könnten, die dafür Freizeit haben. Der Gutschein ist keine Bezahlung für die „richtige Antwort" — er gleicht aus, dass jemand sein Wochenende der Sache der Gemeinschaft widmet. Ohne ihn würde die Stichprobe unweigerlich zugunsten der Wohlhabenderen verzerrt.
Was kostet das?
Das hängt vom Werkzeug und vom Maßstab ab: eine Fokusgruppe und ein mehrmonatiger Bürgerrat unterscheiden sich um Größenordnungen. Nach der Bestandsaufnahme erstellen wir ein schriftliches Angebot, in dem alle Kosten einzeln aufgeführt sind. Kontaktieren Sie uns, und wir besprechen es.
Nicht sicher, welche Lösung die richtige für Sie ist?
Schildern Sie uns, vor welcher Entscheidung Sie stehen, und wir sagen es Ihnen — auch dann, wenn die Antwort lautet, dass hierfür nicht unser Werkzeug das richtige ist.