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CivicLab

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Methodik und Teilnehmerauswahl

Ein Bürgerrat ist nur dann etwas wert, wenn die Methode transparent ist. Hier beschreiben wir genau, wie wir es machen — damit es nachprüfbar ist.

Die Auswahl

Geschichtete Zufallsstichprobe

Würden wir nur auslosen, könnte der Zufall leicht verzerren: Es könnten 60 Rentnerinnen und Rentner oder 60 Studierende herauskommen. Deshalb schichten wir: Wir legen im Voraus fest, in welchem Verhältnis die Zusammensetzung des Rats den Bezirk widerspiegeln soll, und das Losverfahren findet innerhalb dieser Schichten statt.

Das Ergebnis ist ein „Mini-Bezirk": einige Dutzend Menschen, die die wichtigsten demografischen Merkmale des Bezirks widerspiegeln. Keine Fachleute, keine Aktivistinnen und Aktivisten — schlicht der Bezirk im Kleinen.

Warum nicht auf Bewerbungsbasis? Weil dann jene kämen, die eine starke Meinung haben und Zeit haben. Das Losverfahren holt gerade diejenigen herein, die ein Forum nie erreichen würde — obwohl sie ebenso hier leben.

Nach welchen Kriterien schichten wir?

Die Kriterien der Schichtung und die Grundlage der Quoten.
KriteriumWoran richten wir es aus?
AlterDie Alterspyramide des Bezirks (Daten des Statistischen Amtes)
GeschlechtDas Verhältnis im Bezirk
BildungsabschlussDie Verteilung im Bezirk
WohnortDer Anteil der Stadtteile innerhalb des Bezirks
BetroffenheitThemenabhängig (z. B. ob jemand ein Auto oder ein Kleinkind hat)

Die Teilnehmerzahl eines Bürgerrats beträgt typischerweise 60–80 Personen.

Der Prozess

Was passiert vom Beginn bis zur Antwort?

Der gesamte Prozess dauert typischerweise vier bis sechs Monate. Der Bürgerrat selbst ist davon nur der sichtbare Teil.

  1. 1. MONAT

    Festlegung der Frage

    Gemeinsam mit den Entscheidungsträgern formulieren wir die Frage. Das ist der wichtigste Schritt: Auf eine schlechte Frage gibt es keine gute Antwort. Wir klären auch, was nicht mehr verhandelbar ist — die Grenzen sprechen wir im Voraus aus.

  2. 1.–2. MONAT

    Losverfahren und Einladung

    Mit einer geschichteten Zufallsstichprobe losen wir die Eingeladenen aus und kontaktieren sie per E-Mail. Wer absagt, wird innerhalb seiner Schicht ersetzt.

  3. 2.–3. MONAT

    Zusammenstellung des Hintergrundmaterials

    Es entsteht ein allgemein verständliches, ausgewogenes Material, das ein Fachgremium mit mehreren Perspektiven freigibt. Gibt es in einer Frage Streit unter den Fachleuten, stellen wir auch diesen Streit dar — wir entscheiden ihn nicht an ihrer Stelle.

  4. 3.–4. MONAT

    Der Bürgerrat

    Ein Wochenendtermin: Information, Anhörung der Fachleute, moderierte Abwägung, dann die Formulierung und Priorisierung der Empfehlungen.

  5. 4.–5. MONAT

    Übergabe der Empfehlung

    Übergabe der von den Teilnehmenden freigegebenen, schriftlichen Empfehlung an die Entscheidungsträger — öffentlich, samt der vollständigen Dokumentation.

  6. 5.–6. MONAT

    Öffentliche Antwort

    Die Entscheidungsträger geben auf jede Empfehlung eine begründete Antwort: Sie wird umgesetzt, teilweise umgesetzt oder nicht — und warum. Ohne dies verliert der gesamte Prozess seinen Sinn.